Zeit suchen, haben und finden ::: Pacman und die 5-Minuten-Epidemie

Zeit finden und Pacman

Rappzadapp sind die ersten zwei Wochen des neuen Jahres schon wieder vorbei. Ich hoffe, ihr seid gut reingerutscht in unser 2016! Seid ihr schon gut angekommen in diesem neuen Jahr?

Ganz ehrlich: ich frage mich, wo diese ganzen Tage schon wieder geblieben sind. Haben die sich in Luft aufgelöst? Einfach so? Wie der Qualm der Silvesternacht? Ich weiß es nicht. Ich habe das Problem, das wohl viele haben: egal wie ich ihn einteile – der Tag ist eigentlich immer zu kurz. Ich bräuchte eine Verlängerung. So etwa ein bis zwei Stündchen. Vielleicht auch drei. Gibts aber nicht. Würde ich gerne mal beantragen. Wo geht das? Vielleicht bei den grauen Herren von Momo?

Zeit. Wo bist du?

Manchmal habe ich das Gefühl mein Tag wird aufgefressen von lauter kleinen 5-Minuten Einheiten. Irgendwo hinter mir läuft ein kleiner Pacman der sie einsammelt diese 5-Minuten-Punkte. Aufstehen // Duschen // anziehen  // Frühstück machen // Zeitung lesen // abräumen // Spülmaschine einräumen // im Bad verschwinden // Frühstücksdosen packen // die Kinder antreiben // vergessene Arbeiten unterschreiben // Zettel ausfüllen // Kinder wegbringen // einkaufen // Schmutzwäsche sortieren // Wäsche waschen // Wäsche zusammen legen // aufräumen // mails beantworten // Zähne putzen // Interdentalzahnbürsten und Zahnseide // noch einen Kaffee // Beckenbodentraining // Betten machen // Wäsche abhängen // Wäsche aufhängen // Wäsche zusammenlegen // Wäsche wegräumen // wieder Wäsche in die Waschmaschine // schnell durchsaugen // Klo putzen // Waschbecken putzen // Kindergeburtstag planen // Geschenke besorgen // Termine planen // schminken // Essen vorbereiten // Essen machen // Tisch decken // essen // Tisch abräumen // Spülmaschine ausräumen // Spülmaschine einräumen // Kind abholen // Hefte (Stifte, Radiergummis, Schulbücher, Kindergeburtstagsgeachenk, neue Turnschuhe, neue Winterjacke, neue Klamotten….) besorgen // 2. Runde Essen – das Schulessen hat nicht geschmeckt // nach Schule fragen // nach Hausaufgaben fragen // Kaffee // Waschmaschine ausräumen // Wäsche in den Trockner // Unterlagen sortieren // Fotos machen // Kind zum Sport // Großeinkauf // Kind vom Sport // Apfel schneiden // Spülmaschine ausräumen // Einkäufe wegräumen // Vokabel lernen anschieben // über Notwendigkeiten diskutieren // Facebook // Instagram // Pinterest // schnell ein Foto // bearbeiten // hochladen // Kuchen backen für irgendwas // Kaffee // Spiel mitspielen // Geschirr wegräumen // Blumen gießen // Weihnachtsdeko wegräumen // aufräumen // Abendessen machen // Tisch decken // Abendessen essen // Tisch abräumen // Spülmaschine // letzte Hausaufgaben anschieben // wieder über Notwendigkeiten diskutieren // diskutieren // diskutieren // zu kleine Klamotten aussortieren // Zähne putzen anschieben // Kind ins Bett bringen // vorlesen // zuhören // Wäsche // bisschen mails // etwas telefonieren // Gläschen Wein ….

Die Liste ist sicher noch lange nicht vollständig. Zugegeben – einige der 5-Minuten-Einheiten übernimmt auch mein Mann oder die Kinder – manchmal. Nicht alle kommen jeden Tag vor, manche dafür mehrmals.

Ist euch was aufgefallen? Ich habe noch keine Minute gearbeitet. Ich meine so richtig! Sachen gemacht, Onlineshop bestückt, Kurse vorbereitet, Kurse gegeben, ein kompletter Arbeitstag bei Farrow & Ball

Die Zeit dafür will schließlich auch noch dem Tag geklaut sein. Und danach kommt dann wieder Pacman und frisst 5-Minuten Einheiten.

Und ist euch noch was aufgefallen? Es gibt noch keinen einzigen Pacman-Punkt bei dem ich richtig Zeit für mich hatte, für meinen Mann, für Freunde oder für Yoga/ Sport. Und eigentlich jeden Tag wieder frage ich mich, wie ich das hin bekomme auch diese wichtigen Zeiten nicht zu kurz kommen zu lassen.

Manche Einheiten kann man auch in „schön“ machen. Den Supermarkteinkauf tausche ich wann immer es geht in einen Einkauf auf dem Bauernmarkt. Noch schöner wird der Einkauf wenn ich ihn mit meinem Mann zusammen mache. Schöne Einkaufszeit zusammen. Zeit zusammen. Ein kleiner Sieg über Pacman. Donnerstags gehe ich wann immer möglich zum Yoga. Mein Körper sagt, ich müsste öfters gehen. Pacman sagt „Ich habe schon zu viele Punkte gefressen – keine Zeit„.

Immerhin schaffe ich es mittlerweile überhaupt zum Yoga, ich nehme mir Zeit für einen entspannten Kaffee und eine Einheit Zeitung lesen. Kleine Siege über Pacman. Zu wenige noch.

Und dann ist da ja noch was. Mein blog! Dieses Jahr ist er bisher viel zu kurz gekommen. Kein einziger Beitrag bisher! OK ein paar Fotos bei Instagram und auch bei Facebook habe ich schon mal Hallo gesagt. Bei Twitter nur ganz selten. Bei Pinterest gepinnt.

Letztes Jahr ist er auch schon zu kurz gekommen. Die schönsten Messebesuche wurden nicht gezeigt, die schönsten Artikel nicht geschrieben. Dabei war es so schön auf der Heimtextil, auf der IMM, in München bei Callwey, bei Nymphenburg, in der Julia Stoschek Collection…..

Pacman war schon vorher da. Manche Erlebnisse sind einfach so schön! Zu schön, um sie mal schnell in einer 5-Minuten-Einheit zu verarbeiten. Die schönen Fotos, die tollen Erlebnisse haben einfach Besseres verdient. So bleiben verrückterweise die schönsten Dinge manchmal unerledigt! Nicht geschrieben, nicht gezeigt. Blöder Pacman. Wir müssen das noch besser hinkriegen wir zwei beiden.

Versteht mich nicht falsch. Das letzte Jahr war ein Gutes und samt aller Veränderungen, die es für uns im letzten Jahr gegeben hat, sind wir das ganze Jahr mit unserem Motto gegangen: Erwarte das Allerbeste! So Vieles hat sich gut entwickelt. Mein Mann hat sich selbständig gemacht mit MOUI. Ich habe Kurseinheiten für den Schulunterricht entwickelt und gebe Handarbeitskurse für Kinder in der Schule. Ich arbeite zwei Tage die Woche für Farrow & Ball. Und ich habe auch meinen Pacman manchmal in die Schranken gewiesen, wenn er mir zu schnell die Punkte wegfressen wollte. Immer öfter gebe ich Aufgaben an die doch schon großen Kinder weiter und plane Dinge die mir wichtig sind.

Es geht. Ich weiß. Aber manchmal schimpfe ich noch mit meinem Pacman.

Und weiter? Morgen fahre ich wieder zur imm cologne. Auch wenn ich euch die Bilder im letzten Jahr nicht gezeigt habe. Ich freue mich drauf. Mal sehen, wie Pacman die Messe findet.

Zeitplanung in der Familie

Wie macht ihr das? Habt ihr auch einen Pacman, der eure Zeit frisst? Seid ihr perfekt in Zeit- und Blogplanung? Dann weiht mich ein! Gebt mir Tipps, Apps, was auch immer um Pacman an die Leine zu legen.

Liebe Grüße.

– Anja –

Kommentare (10) Schreibe einen Kommentar

  1. Den kenn ich gut, den Pacman. Mach Dir keinen Streß, mach mal 5 Pacman Minuten Pause. Dann geht´s gleich wieder besser. Lieben Gruß, Katrin

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    • Ich versuchs immer wieder. Und 5 Minuten schaffe ich auch. Jetzt arbeite ich daran auch öfters sie Stunde oder 2 Stunden zu schaffen!
      Auf geht’s lieber Pacman.
      Mein Pacman grüßt übrigens deinen Pacman 😉
      Anja

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  2. „Ist euch was aufgefallen? Ich habe noch keine Minute gearbeitet. Ich meine so richtig!“

    ….der satz ist mir aufgefallen. fast alles, was du beschrieben hast ist auch arbeit. oder anders formuliert: ‚tätigsein, welches mit deinem leben (vorallem als mutter) einhergeht.‘
    lebensarbeit also. ich finds gut, dass du dir soviel zeit dafür nimmst und ich glaub, du machst einen richtig guten job 🙂 lg andrea

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    • Ich weiß schon, dass das echte Arbeit ist! Nur wird sie leider nicht bezahlt und geht mir in dieser ständigen Wiederholung auch manchmal arg auf die Nerven. Aber verschwinden wird sie wohl nicht.
      Liebe Grüße auch von meinem Pacman,
      Anja

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  3. Setze dich selber auf deine Prioritätenliste. „Ich“ würde dann vor dem Aufräumen, Kloputzen… stehen. Wenn wir nicht immer „alle Fäden in der Hand halten“, läuft das Leben weiter. Anders. Vieleicht wollen wir in einem durchgetackteten Leben so „leere Zeiten“ in welchen „ich allein mit mir bin“ gar nicht so wirklich. Ein Innehalten wirft Fragen auf, gibt Zeit zum Nachdenken über sich selbst und so manche Erkenntnis… Ich kenne auch das „Hamsterrad“ und seit ich ein paar Aufräumaktionen auf meiner Liste gestrichen habe, Leerzeiten mit mir 🙂
    Gruß Jutta

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    • Danke für deinen Kommentar Jutta! Ich suche da noch nach meiner Ausgeglichenheit mit den Aufräumaktionen und mir. Das „ich“ wird immer häufiger beachtet, ich liebe es aber auch wenn alles „einigermassen zumindest“ aufgeräumt und hübsch ist.
      Ich suche noch ein bisschen nach dem richtigen Mass. Vielleicht hilft Pacman ja dabei 😉
      Liebe Grüße,
      Anja

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  4. Liebe Anja, gerade eben habe ich Deinen tollen Blog entdeckt und nur ganz kurz reingeschnuppert! Zuerst einmal – Klasse und Hut ab!!
    Das mit der Zeit kenne ich auch, obwohl Sohn erwachsen und Mann sehr selbständig…trotzdem…
    Ich bewundere jede Frau, die es schafft, neben Haushalt, Kind/Kindern, Full Time Job, Sport und Freunden auch noch Zeit für sich zu finden. Keine Ahnung, wie die das schaffen?!?! Meiner Meinung nach, wird einfach noch zu wenig für diese Frauen getan und es wundert mich nicht, wenn sie nach einigen Jahren völlig ausgelaugt, unglücklich, unzufrieden und verbittert das Handtuch werfen oder einfach aufgeben.
    Nur wenige sind in den (Teilzeit) Job, Kind und Mann so zu managen, dass auch noch Zeit für den Seelenfrieden übrig bleibt. Kaum eine Frau kann dem Pacman ausweichen und hin und wieder das tun, was ihr so richtig Spaß macht – sei es im Beruf oder im Privatleben.
    Ich hatte das Glück mir einen Teilzeitjob erlauben zu dürfen und daneben auch noch ein funktionierendes Familien/Freunde-Umfeld zu haben, das mich unterstützt und in Notfällen auch geholfen hat. Diese Backups werden aber immer seltener und Frau steht alleine da.
    Deshalb danke für diesen Beitrag!

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    • Liebe Dagmar,
      Schön, dass dir mein Blog gefällt! Das freut mich sehr und solche Kommentare helfen immer die Pacmans unter Kontrolle zu halten….
      Zeit und Zeitmanagement beschäftigt wohl alle // besonders Familien mit Kindern // und dabei immer noch am meisten die Frauen. Meistens sind es ja doch die Frauen die die Kalender für Mann, Frau und Kinder synchronisieren und organisieren. Ich habe kürzlich gelesen, dass „Achtsamkeit“ immer mehr zum Thema wird. Und das ist wohl gut so. Wir alle müssen es immer wieder schaffen neben der ganzen Organisiererei auch echte Zeit für uns selbst zu finden. Nicht soooo einfach mit Pacman im Rücken….
      Liebe Grüße und ein achtsames Wochenende,
      Anja

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  5. Das meiste an Bloginhalten spielt sich aktuell wohl auf Instagram ab – so hab ich zumidnest das Gefühl… Kaum eine nimmt sich noch die Zeit für lange Blogbeiträge und Fotos (mit Bearbeitung, Wasserzeichen etc.) – wenn man doch auch schnell mit dem Smartphone ein Foto macht, nen Filter drüberlegt und das Ganze mit einem Text postet. Schade eigentlich, denn übersichtlich finde ich das nicht und wenn man nicht ständig reinschaut geht viele unter…
    LG NAdine

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    • Du hast sicher recht – vieles hat sich zu Instagram und anderen sozialen Netzwerken verschoben. Sowohl das posten als auch das „lesen“ geht da natürlich schneller. Und auch ich beobachte seit langer Zeit, dass mehr auf diesen „einfacheren“ Plattformen kommuniziert und geliked wird. Mal sehen, wohin es geht mit den blogs!? Natürlich sind lange Artikel immer mit viel Arbeit und Zeitaufwand verbunden: schreiben, fotografieren, nachbearbeiten… Wenn auf den blogs immer mehr nur konsumiert und wenig kommentiert wird überlegen natürlich viele, ob sich der Aufwand auch lohnt.
      Schön also, wenn kommentiert wird! 🙂
      LG Anja

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